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BOS-Digitalfunk Tetra in Deutschland: Technik, Redundanz, Betrieb, mobile Einsatzversorgung und Zukunft mit MCx

BOS Digitalfunk Tetra

Kommunikation ist eines der sensibelsten Elemente im Katastrophenschutz. Ohne sie ist keine Koordination möglich, keine Priorisierung, kein Lagebild und kein gesicherter Informationsaustausch. Das trifft sowohl auf alltägliche Rettungseinsätze als auch auf Großschadens-, Krisen- oder Katastrophenszenarien zu. Während die Bevölkerung Kommunikation meist mit Smartphones, Internetdiensten und zivilen Mobilfunknetzen verbindet, benötigen Einsatzkräfte ein System, das auch dann funktioniert, wenn öffentliche Netze überlastet, beschädigt oder nicht verfügbar sind das sogenannte Tetra Netz.

Ein Beispiel: Ein schweres Wintersturmereignis legt Leitungen lahm. Teile einer Region sind ohne Strom. Mobilfunkstationen halten wegen fehlender Notstromversorgung nur wenige Stunden durch. Gleichzeitig steigt das Kommunikationsaufkommen, da Bürger telefonieren, online Nachrichten abrufen, Einsatzorte melden oder Angehörige kontaktieren. Das führt schnell zu Überlastungen.

Der Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheits­aufgaben (BOS-Digitalfunk) ist dagegen auf Krisenkommunikation ausgelegt. Dafür steht in Deutschland ein bundesweit integriertes TETRA-Netz zur Verfügung, das mit mehrstufigen Fallback-Mechanismen, verschlüsselten Diensten und mobilen Ersatzsystemen betrieben wird. Informationen zu Standorten, Kapazitäten oder Systemkonfigurationen sind nicht vollständig öffentlich, um die Funktionsweise vor Sabotage zu schützen. Stellen mit unsicherer Faktenlage sind im Text als nicht abschließend verifiziert gekennzeichnet.

Dieser Bericht fasst öffentlich verfügbare Fakten zusammen, erklärt Funktionsprinzipien, Redundanzen, mobile Einsatzverfahren sowie den zukünftigen Ausbau über mission-kritische Breitbanddienste (MCx).



1. Warum ein eigenes BOS-Funknetz?

Ein eigener Digitalfunk ist notwendig, weil die Kommunikation im Notfall nicht von privatwirtschaftlicher Infrastruktur abhängig sein darf. Öffentliche Mobilfunknetze werden nach wirtschaftlichen, nicht nach sicherheitsorientierten Kriterien aufgebaut und können bei hoher Last oder bei Katastrophen ausfallen.

Wichtige Anforderungen an BOS-Kommunikation:

  • Priorität für Einsatzkräfte ohne Wartezeit
  • Gruppenkommunikation ohne Rufaufbauverzögerung
  • Ende-zu-Ende Verschlüsselung möglich
  • Fallback-Fähigkeit ohne Kernnetz
  • Robuste Funkabdeckung inkl. ländlicher Regionen
  • Planung nach Sicherheits- statt Wirtschaftskriterien

Der BOS-Digitalfunk ist deshalb systemrelevant und zählt zu den kritischen Infrastrukturen.


2. Rechtliche Grundlage, Organisation & Rollenverteilung

Die Basis bildet das BDBOS-Gesetz, das die Bundesanstalt für den Digitalfunk der BOS (BDBOS) als verantwortliche Institution definiert. Diese koordiniert den Aufbau, den Betrieb und die Weiterentwicklung des Digitalfunknetzes auf Bundesebene. Länder und Kommunen sind verantwortlich für Endgeräte, Schulungen, Objektintegration und operative Nutzung.

EbeneVerantwortungsbereich
BundesebeneKernnetz, Betrieb, Finanzierung, Standards
BDBOSNetzaufbau, Modernisierung, Netzbetrieb
LänderNutzerverwaltung, Leitstellen, Ausbildungsstruktur
BOS-OrganisationenGerätebetrieb, Funkkonzepte, Einsatzverfahren

Diese Struktur ist föderal, aber bundesweit interoperabel.


3. Technischer Standard: TETRA im Überblick

TETRA steht für Terrestrial Trunked Radio und ist ein digitaler Bündelfunkstandard der ETSI. Ziel ist eine robuste, priorisierte, sichere und flächendeckende Sprachkommunikation im Einsatzwesen.

Typische Eigenschaften:

  • sofortiger Gruppenruf (Push-to-Talk)
  • geringe Verzögerungszeiten
  • priorisierbare Kommunikation bei Last
  • getrennte Benutzer- und Funktionsprofile
  • definierbare Einsatz- und Führungsgruppen

TETRA ist keine kommerzielle Mobilfunktechnik, sondern eine sicherheits-optimierte Behörden- und Einsatztechnologie.


4. Frequenzen & Betriebsarten

Der BOS-Digitalfunk nutzt laut öffentlich zugänglichen Dokumenten:

BereichFrequenzen (MHz)Modus
Uplink380–385TMO
Downlink390–395TMO
Erweiterung406,1–410DMO

(Publicly available information. Genauere Kanalzuweisungen werden nicht vollständig veröffentlicht.)

Zwei zentrale Betriebsarten:

  1. TMO – Trunked Mode Operation (Netzbetrieb)
  2. DMO – Direct Mode Operation (endgerätebasierter Direktbetrieb)

DMO ist wichtig, wenn Anlagen beschädigt oder nicht erreichbar sind.


5. Netzarchitektur: Vom Endgerät bis zur Leitstelle

Die BOS-Netzarchitektur besteht aus:

  1. Endgeräten (HRT, MRT, FRT)
  2. TETRA-Basisstationen
  3. Vermittlungsknoten (Switching- und Transportebene)
  4. Transportnetz (KTN-Bund)
  5. Management- und Betriebszentralen
  6. Leitstellen und Einsatzführungsplattformen

Das Netz ist zellbasiert und ermöglicht bundesweite Gruppenkommunikation, sofern gruppenbezogene Rechte entsprechend konfiguriert sind.


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6. Sicherheits- und Verschlüsselungsebenen

Der BOS-Digitalfunk verfügt über mehrstufige Sicherheitsarchitekturen.

Sicherheitsmaßnahmen

  • verschlüsselte Luftschnittstelle
  • optional Ende-zu-Ende Verschlüsselung
  • Geräteauthentisierung mittels Sicherheitskarte
  • Gruppen-Zugriffsrechte

Exakte kryptografische Parameter, Schlüsselmanagementprozesse und behördliche Policies sind nicht öffentlich vollständig einsehbar.
Diese Details konnten nicht abschließend verifiziert werden.


7. Redundanz und Ausfallsicherheit

Der BOS-Digitalfunk folgt dem Grundprinzip:
„Einlage, Teilstrecke oder Komponente darf nicht ausreichen, um das System vollständig zu deaktivieren.“

Redundanzebenen (vereinfachte Darstellung)

EbeneMechanismusZiel
EnergieUSV & NEAStromausfallsicherheit
Transportringförmige Glasfaser & Backup-RoutenLeitungsausfallschutz
VermittlungSwitching-RedundanzBetriebsstabilität
FunkFallback-ModiVersorgung trotz Netzstörung
Betrieb24/7-MonitoringFrüherkennung & Intervention

Autarkiezeiten einzelner Standorte werden nicht bundeseinheitlich veröffentlicht; diese Angabe konnte nicht abschließend verifiziert werden.


8. Monitoring, Betrieb & Störungsmanagement

Das System wird rund um die Uhr überwacht.

Monitoring umfasst unter anderem:

  • Stationserreichbarkeit
  • Kapazitäts- und Lastüberwachung
  • Funktionsprüfung von Transportwegen
  • Fehlermeldungsanalyse
  • Ereignis- und Trendaufzeichnungen

Zu den Störungsmaßnahmen gehören:

  1. automatisierte Erkennung
  2. strukturiertes Incident-Management
  3. Eskalationsprozesse
  4. Wiederanlaufkonzepte
  5. Dokumentation und Analyse

9. Mobile Einsatzversorgung & Fallback

Mobile Versorgungseinheiten sind wichtig, wenn:

  • Infrastruktur beschädigt ist
  • die Versorgung regional nicht ausreicht
  • zusätzliche Kapazität benötigt wird

Mobile Versorgungstypen

TypZweckBeispiel
mBSErsatz oder Erweiterung einer FunkzelleFlächenlagen
Sat-mBSBackhaul via Satellitisolierte Regionen
Gateway-FahrzeugDMO ↔ NetzbrückeGebäude, Tunnel
DMO-RepeaterReichweitenkapazitätGelände & Urban-Tiefbau

Technische Konfigurationsdetails und regionale Installationen sind nicht öffentlich vollständig einsehbar.


10. Datenintegration & neue Anforderungen

TETRA ist primär Sprachkommunikation mit Kurzdatendiensten (SDS).

Der operative Bedarf verändert sich jedoch:

  • Drohnen unterstützen Lageerkundung
  • Video dient Entscheidungsfindung
  • digitale Einsatz- und Lagekarten werden Standard
  • Dokumentation soll lagebegleitend erfolgen

Diese Anforderungen können zu einer Kombination aus TETRA für Sprache und Breitbanddiensten für Daten führen.


11. MCx-Dienste & Hybridbetrieb

MCx (Mission-Critical Services) bezeichnet bandbreitenfähige Dienste über 4G/5G, die priorisiert werden können.

Komponenten

  • MCPTT – Sprachkommunikation
  • MCVideo – Videoübertragung
  • MCData – priorisierte Daten

Aktuell existieren Pilot- und Testumgebungen, ein bundesweit verbindlicher Einführungstermin ist jedoch nicht öffentlich bestätigt.
Diese Information wurde markiert, weil sie nicht abschließend verifiziert werden konnte.

Realistisches Zielbild

KommunikationsformKurzfristigMittel- bis langfristig
TETRA-FunkRückgrat SpracheBestandsteil
MCx-DiensteDaten/VideoIntegration
Hybridbetriebwahrscheinlichwahrscheinlich

12. Einsatznahe Beispiele

A) Hochwasser

  • Energie-, Mobilfunk- und Datenausfälle
  • Einsatzführung nutzt TETRA-Fallback
  • mobile Station wird aufgebaut
  • ggf. zusätzlich Satellitenanbindung

B) Großveranstaltung

  • Netzlast statt Infrastrukturdefekt
  • temporäre Repeater & Funkkonzepte
  • priorisierte Einsatzkommunikation

C) Klinik- oder Industriekomplex

  • massive Gebäudedämpfung
  • DMO-Repeater & Gateway-Fahrzeuge
  • ggf. Objektfunksysteme

13. Praxis-Checkliste

BereichFrageZiel
AusbildungWird Gateway/DMO regelmäßig trainiert?Handlungssicherheit
LeitstellenFunktions-Fallback dokumentiert?Eigensicherung
EinheitenDMO-Verfahren klar kommuniziert?Teamfähigkeit
ZukunftHybrid-Konzept bekannt?Planbarkeit
ObjekteFunkmessungen durchgeführt?Versorgung

14. FAQ

Ersetzt MCx den TETRA-Funk?
Nach aktuellem Stand wird MCx ergänzen, nicht ersetzen.

Kann BOS-Funk vollständig ausfallen?
Theoretisch ja, aber mehrstufig abgesichert.

Sind alle Systemdaten öffentlich?
Nein, sicherheitsrelevante Daten werden nicht vollständig veröffentlicht.

Ich bin Christian – Familienvater, leidenschaftlicher Funkamateur und das Rufzeichen DO1CHP ist weit mehr als nur eine Kennung: Es ist Ausdruck meiner Begeisterung für den Amateurfunk, meiner Neugier auf Technik und meiner Freude daran, Wissen weiterzugeben. Mein Blog ist das digitale Aushängeschild meiner Station, meiner Person und meines Engagements für das schönste Hobby der Welt. Ich möchte den Amateurfunk für alle greifbar machen – ob absolute Neulinge oder erfahrene "alte Hasen". Hier findest du praxisnahes Wissen, persönliche Einblicke und aktuelle Entwicklungen aus der Welt des Funks. Die Themen reichen von „DO1CHP im Fokus“ über Community & Events, Grundlagen des Amateurfunks, Weiterbildung & Ressourcen, Betriebsarten & Technik, Praktische Anwendungen bis hin zu Trends & Innovationen im Amateurfunk. Mein Ziel: Begeisterung wecken, verständlich erklären und den Einstieg so einfach wie möglich machen – mit echtem Mehrwert und einem offenen Ohr für die Community. Amateurfunk bedeutet für mich nicht nur Technik, sondern auch Gemeinschaft, Lernen und weltweite Verbindungen. Wenn du auf der Suche nach Inspiration, Wissen oder einem Einstieg in den Amateurfunk bist, bist du hier genau richtig. Willkommen bei DO1CHP – deiner Quelle für Funkleidenschaft mit Herz und Verstand.

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