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Stromausfall in Berlin: Was ein Blackout für Menschen, Funkdienste und den Amateurfunk bedeutet – und wie wir uns vorbereiten können

Stromausfall in Berlin 2025 und die Bedeutung für die Funkdienste

Es ist kurz nach 18 Uhr. In einem Berliner Wohnviertel geht plötzlich das Licht aus. Erst in einer Wohnung, dann im ganzen Haus. Wenige Sekunden später stehen auch die Ampeln still. Menschen bleiben stehen, schauen auf ihre Smartphones – doch auch dort: kein Netz, kein Empfang. Die Stadt wirkt wie eingefroren.

Was in diesem Moment spürbar wird, ist mehr als Dunkelheit. Stromausfall ist unter anderem der Verlust von Kommunikation.

Großflächige Stromausfälle gehören laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) seit Jahren zu den realistischen Risiko­szenarien in Deutschland. Besonders in einer Metropole wie Berlin wirken sie schnell, tief und unübersichtlich. Für die Bevölkerung. Für Behörden. Für Funkdienste.
Und genau hier rückt eine Kommunikationsform in den Fokus, die oft übersehen wird: der Amateurfunk.

Dieser Artikel ordnet ein, was ein Stromausfall konkret bedeutet, wie sich verschiedene Funkdienste verhalten und welche Rolle Funkamateure übernehmen können – organisiert in Notfunkgruppen oder als einzelne OM und YL.



1. Warum ein Stromausfall in Berlin besonders kritisch ist

Berlin ist eine hochgradig verdichtete, digitalisierte und vernetzte Stadt. Genau diese Stärke wird im Blackout zur Schwäche. Das BBK beschreibt in seinen Risikoanalysen sogenannte Kaskadeneffekte: Fällt der Strom, folgen weitere Ausfälle fast zwangsläufig.

Typische Folgen innerhalb kurzer Zeit:

  • Stillstand des öffentlichen Nahverkehrs
  • Ausfall von Ampeln und Verkehrslenkung
  • Einschränkungen bei Wasser- und Abwassersystemen
  • Störungen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern
  • Zusammenbruch digitaler Kommunikationsnetze

Je länger der Stromausfall dauert, desto weniger greifen technische Sicherungen. Notstromsysteme sind endlich. Personal wird müde. Informationen fehlen. Besonders in Großstädten entstehen so schnell Unsicherheit und Orientierungslosigkeit.


2. Was ein Blackout für die Bevölkerung konkret bedeutet

Für viele Menschen beginnt ein Stromausfall harmlos. Licht aus, Router tot. Doch aus Minuten werden Stunden.

Nach kurzer Zeit treten spürbare Probleme auf:

  • Supermärkte schließen
  • Kartenzahlung ist nicht mehr möglich
  • Geldautomaten fallen aus
  • Aufzüge bleiben stehen
  • Informationen fehlen
  • Angehörige sind nicht erreichbar

Das BBK empfiehlt deshalb ausdrücklich eine Eigenvorsorge für mindestens 72 Stunden. Dazu gehören Lebensmittel, Wasser, Medikamente – und Information. Batteriebetriebene Radios werden nicht ohne Grund immer wieder genannt. Wer keine Informationen hat, kann keine Entscheidungen treffen.


3. Mobilfunk, Internet, Rundfunk: Wer fällt wann aus?

Mobilfunk

Mobilfunk-Basisstationen verfügen über Akkus oder Notstromaggregate. Diese sind jedoch meist nur auf 30 Minuten bis wenige Stunden ausgelegt. Bei hoher Netzauslastung – typisch bei Stromausfällen – verkürzt sich diese Zeit deutlich.

Diese Zeiträume werden unter anderem in BBK-Publikationen sowie in öffentlichen Stellungnahmen von Netzbetreibern genannt. Exakte Laufzeiten hängen stark vom Standort und der Technik ab und können nicht pauschal garantiert werden.

Internet & Festnetz

  • Router in Haushalten fallen sofort aus
  • Vermittlungsstellen sind nur begrenzt gepuffert
  • Glasfaser benötigt aktive Technik auf beiden Seiten

Ein stabiler Internetzugang ist im Blackout daher eher die Ausnahme als die Regel.

Rundfunk

UKW-Radio bleibt häufig am längsten verfügbar. Öffentlich-rechtliche Sender sind vergleichsweise gut abgesichert und ein zentraler Bestandteil der staatlichen Krisenkommunikation. Ein einfaches Radio wird so schnell zum wichtigsten Informationskanal.


4. BOS-Funk: Hochverfügbar, aber nicht grenzenlos

Der digitale BOS-Funk (TETRA) ist auf Ausfallsicherheit ausgelegt. Dennoch gilt auch hier: Notstrom ist endlich.

Bekannte Rahmenbedingungen:

  • Notstromversorgung an Basisstationen
  • Abhängigkeit von Leitstellen und IP-Infrastruktur
  • Priorisierung bei hoher Auslastung

Für langanhaltende Stromausfälle existieren Redundanz- und Fallback-Konzepte. Details sind aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich. Eine unbegrenzte Autarkie ist jedoch nicht realistisch. Auch BOS-Systeme geraten bei langanhaltenden Blackouts unter Druck.

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5. Warum Amateurfunk im Blackout funktioniert

Der Amateurfunk ist bewusst dezentral organisiert. Genau das macht ihn in Krisensituationen widerstandsfähig.

Technische Stärken des Amateurfunks:

  • Betrieb ohne öffentliche Netze
  • Eigene Stromversorgung (Akkus, Solar, Generator)
  • Direkte Punkt-zu-Punkt-Kommunikation
  • Simplex-Betrieb unabhängig von Infrastruktur
  • Relaisbetrieb, sofern verfügbar

Die Bundesnetzagentur beschreibt den Amateurfunk als nicht-kommerziellen Funkdienst mit experimentellem und gesellschaftlichem Nutzen. In Krisenlagen zeigt sich dieser Nutzen sehr konkret: Kommunikation funktioniert weiter – leise, sachlich und unabhängig.


6. Notfunk: organisiert oder spontan?

Nicht jeder Funkbetrieb im Blackout ist automatisch Notfunk. In der Praxis lassen sich zwei Ebenen unterscheiden:

Organisierter NotfunkSpontaner Funkbetrieb
Klare StrukturenEinzelne OM/YL
Definierte RollenZuhören & Weitergeben
Regelmäßige ÜbungenSituative Hilfe
Absprachen im VorfeldHohe Flexibilität

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Beide Formen haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, dass sie diszipliniert und vorbereitet stattfinden.


7. Vorbereitung für organisierte Notfunkgruppen

Organisierte Notfunkgruppen arbeiten strukturiert. Vorbereitung ist hier entscheidend.

Technik

  • Netzunabhängige Stromversorgung (12-V-Systeme, LiFePO₄)
  • VHF/UHF, bei Bedarf Kurzwelle
  • Redundante Antennen, Kabel und Stecker

Organisation

  • Klare Ansprechpartner
  • Rollenverteilung (Operator, Log, Technik)
  • Gedruckte Betriebs- und Frequenzpläne

Ausbildung

  • Regelmäßige Notfunkübungen
  • Klartext statt Q-Codes
  • Funkdisziplin und Stressresistenz

Dokumentation

  • Gedruckte Checklisten
  • Lageformulare
  • Logbücher

8. Vorbereitung für einzelne OM und YL

Auch ohne feste Gruppe kann jeder Funkamateur sinnvoll vorbereitet sein.

Sinnvolle Grundausstattung:

  • Handfunkgerät oder Mobiltransceiver
  • Geladene Ersatzakkus
  • Einfache Portabelantenne (z. B. Draht, Slim-Jim)
  • UKW-Radio für offizielle Informationen

Wissen:

  • Lokale Relais und Simplexfrequenzen
  • Grundlagen der Notstromversorgung
  • Einfache Antennenaufbauten

Haltung:

  • Erst zuhören, dann senden
  • Keine Gerüchte oder Spekulationen
  • Ruhig, sachlich und verständlich bleiben

Manchmal ist das Wichtigste nicht das Senden, sondern das Bereitsein.


9. Zusammenarbeit mit Behörden – Chancen und klare Grenzen

Ein zentraler Punkt muss klar sein: Funkamateure ersetzen keine BOS.

Sie können jedoch:

  • Kommunikationslücken überbrücken
  • Informationen weiterleiten
  • Lokal unterstützen

Voraussetzung sind klare Absprachen und ein gemeinsames Verständnis der Rollen. Eigenmächtiges Handeln schadet der Akzeptanz des Amateurfunks und kann im Ernstfall kontraproduktiv sein.


10. Fazit: Vorbereitung ist Funkdisziplin

Ein Stromausfall in Berlin zeigt, wie schnell moderne Kommunikation an ihre Grenzen stößt. Mobilfunk, Internet und selbst hochverfügbare Systeme sind nicht unbegrenzt belastbar.

Der Amateurfunk kann in solchen Situationen stabil, unabhängig und wirksam sein. Doch das gilt nur, wenn Vorbereitung, Wissen und Haltung stimmen.

Notfunk beginnt nicht im Blackout.
Er beginnt lange vorher – mit Übung, Verantwortung und Funkdisziplin.


11. FAQ – Häufige Fragen zum Notfunk bei Stromausfall

Darf ich bei Stromausfall funken?
Ja. Im Rahmen der Amateurfunkzulassung und der geltenden Regeln.

Sind Relais im Blackout verfügbar?
Teilweise. Viele Relais haben Notstrom, aber begrenzte Laufzeiten.

Kann ich auch ohne Gruppe helfen?
Ja. Zuhören, Weiterleiten und Dokumentieren sind wertvolle Beiträge.

Darf ich BOS ersetzen oder abhören?
Nein. Amateurfunk ergänzt, ersetzt aber keine BOS-Strukturen.

Ich bin Christian – Familienvater, leidenschaftlicher Funkamateur und das Rufzeichen DO1CHP ist weit mehr als nur eine Kennung: Es ist Ausdruck meiner Begeisterung für den Amateurfunk, meiner Neugier auf Technik und meiner Freude daran, Wissen weiterzugeben. Mein Blog ist das digitale Aushängeschild meiner Station, meiner Person und meines Engagements für das schönste Hobby der Welt. Ich möchte den Amateurfunk für alle greifbar machen – ob absolute Neulinge oder erfahrene "alte Hasen". Hier findest du praxisnahes Wissen, persönliche Einblicke und aktuelle Entwicklungen aus der Welt des Funks. Die Themen reichen von „DO1CHP im Fokus“ über Community & Events, Grundlagen des Amateurfunks, Weiterbildung & Ressourcen, Betriebsarten & Technik, Praktische Anwendungen bis hin zu Trends & Innovationen im Amateurfunk. Mein Ziel: Begeisterung wecken, verständlich erklären und den Einstieg so einfach wie möglich machen – mit echtem Mehrwert und einem offenen Ohr für die Community. Amateurfunk bedeutet für mich nicht nur Technik, sondern auch Gemeinschaft, Lernen und weltweite Verbindungen. Wenn du auf der Suche nach Inspiration, Wissen oder einem Einstieg in den Amateurfunk bist, bist du hier genau richtig. Willkommen bei DO1CHP – deiner Quelle für Funkleidenschaft mit Herz und Verstand.

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