Funk im Notfall: Welche Frequenzen und Netze solltest du kennen?
„In Krisenzeiten ist Kommunikation der Schlüssel zur Sicherheit.“
Stell dir vor, ein heftiger Sturm hat die Stromversorgung lahmgelegt, Mobilfunknetze sind ausgefallen, und das Internet ist nicht erreichbar. In solchen Situationen kann der Amateurfunk lebensrettend sein. Doch welche Frequenzen und Netze sind im Notfall besonders wichtig? Dieser Artikel zeigt dir, wie du dich optimal vorbereitest.
Inhaltsverzeichnis
Einführung in den Notfunk
Der Notfunk dient der Kommunikation in Krisen- und Katastrophensituationen, wenn herkömmliche Kommunikationsmittel versagen. Funkamateure spielen hierbei eine entscheidende Rolle, da sie mit ihrer Ausrüstung und Expertise unabhängige Kommunikationswege bereitstellen können. Besonders in ländlichen Gebieten oder bei Naturkatastrophen kann der Amateurfunk die einzige Kommunikationsmöglichkeit sein.
Wichtige Notruffrequenzen im Amateurfunk
Kurzwellenbereiche (HF)
Im Kurzwellenbereich gibt es international empfohlene Notruffrequenzen:
Band | Frequenz | Modulation |
---|---|---|
80 Meter | 3.760 kHz | LSB |
40 Meter | 7.110 kHz | LSB |
20 Meter | 14.300 kHz | USB |
17 Meter | 18.160 kHz | USB |
15 Meter | 21.360 kHz | USB |
VHF- und UHF-Bereiche
Für den Ultrakurzwellenbereich (VHF) und den Ultrahochfrequenzbereich (UHF) sind folgende Frequenzen relevant:
Band | Frequenz | Modulation |
---|---|---|
2 Meter | 145.500 MHz | FM (Anruffrequenz) |
70 Zentimeter | 433.500 MHz | FM (internationale Anruffrequenz) |
Diese Frequenzen sind als Notruffrequenzen anerkannt und dienen als erste Anlaufstelle für Notrufe.
Empfohlene Frequenzen im deutschsprachigen Raum
Zusätzlich gibt es speziell empfohlene Frequenzen für Deutschland, Österreich und die Schweiz:
Band | Frequenz | Modulation |
---|---|---|
160 Meter | 1.873 kHz | LSB |
80 Meter | 3.643 kHz | LSB |
40 Meter | 7.085 kHz | LSB |
30 Meter | 10.138 kHz | USB |
20 Meter | 14.180 kHz | USB |
10 Meter | 28.238 kHz | USB |
70 Zentimeter | 434.000 MHz | FM |
Diese Frequenzen wurden speziell für den deutschsprachigen Raum empfohlen, um eine effektive Kommunikation im Notfall zu gewährleisten.
Alternative Kommunikationsmittel im Notfall
Neben dem Amateurfunk gibt es weitere Kommunikationsmittel, die in Notfällen genutzt werden können:
- CB-Funk:
- 27.065 kHz (Kanal 9) – Notrufkanal
- 27.185 kHz (Kanal 19) – Anrufkanal
- PMR-Funk:
- 446,09375 MHz (Kanal 8) mit CTCSS 16 – Empfehlung für Notrufe
Diese Frequenzen sind besonders für Personen ohne Amateurfunklizenz interessant und bieten eine zusätzliche Möglichkeit zur Kommunikation im Notfall.
Fazit
Der Amateurfunk bietet in Notfällen eine zuverlässige Kommunikationsmöglichkeit, insbesondere wenn andere Netze ausfallen. Das Wissen um die richtigen Frequenzen und Netze ist dabei essenziell. Funkamateure sollten sich regelmäßig mit den empfohlenen Notruffrequenzen vertraut machen und ihre Ausrüstung entsprechend vorbereiten. Ein gut ausgestattetes Notfall-Funkset mit Kurzwellen- und UKW-Transceiver, einer stabilen Antenne und Notstromversorgung kann im Ernstfall entscheidend sein.
FAQ: Häufige Fragen zum Notfunk
1. Gibt es im Amateurfunk verbindliche Notruffrequenzen?
Nein, es gibt keine durch internationales Recht verbindlich vereinbarten Notruffrequenzen im Amateurfunkdienst. Jedoch existieren international empfohlene Frequenzen, die von Funkamateuren in Notfällen genutzt werden.
2. Wie kann ich sicherstellen, dass ich im Notfall die richtigen Frequenzen nutze?
Es ist ratsam, sich regelmäßig über die aktuellen Empfehlungen der IARU zu informieren und Notfunk-Übungen durchzuführen.
3. Brauche ich eine Amateurfunklizenz, um Notfunk zu betreiben?
Ja, für den Betrieb auf den Amateurfunkfrequenzen ist eine Lizenz erforderlich. Alternativ können lizenzfreie Dienste wie CB-Funk oder PMR genutzt werden.
4. Kann ich im Notfall ohne Rufzeichen funken?
Ja, in absoluten Notfällen (Gefahr für Leib und Leben) darf jeder verfügbare Kommunikationsweg genutzt werden, auch ohne Lizenz.
5. Welche Ausrüstung sollte ich für den Notfunk bereithalten?
Ein Kurzwellen- und UKW-Transceiver, eine Notstromversorgung, eine gute Antenne und eine aktuelle Liste mit Notruffrequenzen sind essenziell.
6. Wie kann ich meine Notfunk-Ausrüstung testen?
Regelmäßige Notfunkübungen, die Teilnahme an Amateurfunk-Notfunknetzen und der Austausch mit anderen Funkamateuren sind gute Möglichkeiten, um die Ausrüstung einsatzbereit zu halten.
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf aktuellen Empfehlungen und offiziellen Quellen zum Notfunk.
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