Amateurfunk Frequenzen in Deutschland: Bänder, Klassen und Nutzung
Welche Frequenzen darf ich als Funkamateur in Deutschland nutzen? Welche Amateurfunkbänder stehen Klasse N, E oder A zur Verfügung? Und welches Band eignet sich für lokale Verbindungen, DX oder Relaisfunk?
Die Amateurfunkfrequenzen reichen von Lang- und Mittelwellenbereichen über die Kurzwelle und VHF/UHF bis weit in den Mikrowellenbereich. Welche Frequenzen tatsächlich genutzt werden dürfen, hängt unter anderem von der Zulassungsklasse, dem jeweiligen Frequenzbereich und den dort geltenden Nutzungsbestimmungen ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Klasse N darf in Deutschland auf dem 10-m-, 2-m- und 70-cm-Band senden.
- Klasse E erweitert die Möglichkeiten unter anderem auf mehrere Kurzwellen- und Mikrowellenbereiche.
- Klasse A besitzt den größten Berechtigungsumfang.
- Frequenzbereich, maximal zulässige Leistung und weitere Nutzungsbedingungen ergeben sich insbesondere aus der Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV).
- Ein Amateurfunkband hat keine feste Reichweite. Frequenz, Antenne, Standort, Ausbreitungsbedingungen, Leistung und Betriebsart spielen zusammen.
- Ein Bandplan ist nicht mit den gesetzlichen Frequenzgrenzen gleichzusetzen.
Stand dieses Beitrags: Oktober 2026.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Amateurfunkfrequenzen?
Amateurfunkfrequenzen sind Bereiche des elektromagnetischen Spektrums, die dem Amateurfunkdienst zur Verfügung stehen. Sie reichen von Lang- und Mittelwellenbereichen über die Kurzwelle und VHF/UHF bis weit in den Mikrowellenbereich.
Dabei wird häufig von Amateurfunkbändern gesprochen. Namen wie 80-m-, 40-m-, 20-m-, 2-m- oder 70-cm-Band beziehen sich näherungsweise auf die zur jeweiligen Frequenz gehörende Wellenlänge.
Für den praktischen Funkbetrieb ist die Frequenz entscheidend. Sie beeinflusst unter anderem:
- die Ausbreitung der Funkwellen,
- die erforderliche Antennengröße,
- die typischen Reichweiten,
- geeignete Betriebsarten,
- die technischen Anforderungen an Funkgerät und Antenne.
Ein 80-m-Band verhält sich deshalb in der Praxis völlig anders als das 2-m- oder 70-cm-Band.
Wer legt die Amateurfunk-Frequenzbereiche fest?
Die internationale Nutzung des Frequenzspektrums wird im Rahmen der International Telecommunication Union (ITU) koordiniert. Deutschland gehört zur ITU-Region 1.
National gelten insbesondere der Frequenzplan und die Amateurfunkverordnung. Der aktuelle deutsche Frequenzplan hat Stand August 2026.
Für Funkamateure besonders relevant ist Anlage 1 der Amateurfunkverordnung (AFuV). Sie enthält unter anderem die für den Amateurfunk nutzbaren Frequenzbereiche, deren Status sowie die für die Zulassungsklassen A, E und N geltenden maximalen Leistungen und weitere Nutzungsbestimmungen.
Amateurfunk Frequenzen für Klasse N, E und A
Deutschland kennt drei Zulassungsklassen für den Amateurfunk: N, E und A.
Klasse N
Klasse N ist die Einstiegsklasse. Sie erlaubt Sendebetrieb ausschließlich auf drei Amateurfunkbändern:
- 10 m: 28,000–29,700 MHz
- 2 m: 144–146 MHz
- 70 cm: 430–440 MHz
Auf 10 m sind maximal 10 W ERP zulässig.
Auf 2 m und 70 cm beträgt die maximal zulässige Leistung jeweils 6,1 W ERP.
Damit ermöglicht bereits Klasse N sowohl erste Erfahrungen auf Kurzwelle als auch Funkbetrieb auf den weit verbreiteten VHF- und UHF-Bändern.
Klasse E
Klasse E erweitert den Berechtigungsumfang erheblich. Zusätzlich zu 10 m, 2 m und 70 cm stehen unter anderem Bereiche auf 160 m, 80 m und 15 m sowie verschiedene höhere Frequenzbereiche zur Verfügung.
Wichtig ist eine Besonderheit, die in älteren oder fehlerhaften Frequenzübersichten immer wieder falsch dargestellt wird:
Klasse E berechtigt nach der aktuell geltenden AFuV nicht zum Sendebetrieb auf dem 40-m-Band.
Klasse A
Klasse A besitzt den größten Berechtigungsumfang.
Mit ihr können die für Klasse A freigegebenen Amateurfunkbereiche von den niedrigen Frequenzen bis weit in den Mikrowellenbereich genutzt werden. Dabei gelten jeweils die für den konkreten Frequenzbereich festgelegten Leistungsgrenzen und Nutzungsbestimmungen.
Tabelle: Amateurfunkbänder in Deutschland
Die folgende Tabelle bietet eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Amateurfunk-Frequenzbereiche und die jeweiligen Zulassungsklassen.
Bei einzelnen Bändern gelten innerhalb des Frequenzbereichs unterschiedliche Leistungsgrenzen, Primär- oder Sekundärzuweisungen beziehungsweise zusätzliche Nutzungsbestimmungen. Für den tatsächlichen Sendebetrieb ist deshalb immer die vollständige aktuelle AFuV zu beachten.
| Band | Frequenzbereich | Klasse A | Klasse E | Klasse N |
|---|---|---|---|---|
| 2200 m | 135,7–137,8 kHz | 1 W ERP | – | – |
| 630 m | 472–479 kHz | 1 W ERP | – | – |
| 160 m | 1,810–1,850 MHz | 750 W PEP | 100 W PEP | – |
| 160 m | 1,850–1,890 MHz | 75 W PEP* | 75 W PEP* | – |
| 160 m | 1,890–2,000 MHz | 10 W PEP* | 10 W PEP* | – |
| 80 m | 3,500–3,800 MHz | 750 W PEP | 100 W PEP | – |
| 60 m | 5,3515–5,3665 MHz | 9,14 W ERP | – | – |
| 40 m | 7,000–7,200 MHz | 750 W PEP | – | – |
| 30 m | 10,100–10,150 MHz | 150 W PEP | – | – |
| 20 m | 14,000–14,350 MHz | 750 W PEP | – | – |
| 17 m | 18,068–18,168 MHz | 750 W PEP | – | – |
| 15 m | 21,000–21,450 MHz | 750 W PEP | 100 W PEP | – |
| 12 m | 24,890–24,990 MHz | 750 W PEP | – | – |
| 10 m | 28,000–29,700 MHz | 750 W PEP | 100 W PEP | 10 W ERP |
| 6 m | 50,000–50,400 MHz | 750 W PEP | – | – |
| 6 m | 50,400–52,000 MHz | 25 W PEP | – | – |
| 2 m | 144–146 MHz | 750 W PEP | 75 W PEP | 6,1 W ERP |
| 70 cm | 430–440 MHz | 750 W PEP | 75 W PEP | 6,1 W ERP |
| 23 cm | 1240–1300 MHz | 750 W PEP | 75 W PEP | – |
| 13 cm | 2320–2450 MHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 9 cm | 3400–3475 MHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 6/5 cm | 5650–5850 MHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 3 cm | 10–10,5 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 1,2 cm | 24–24,25 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 6 mm | 47–47,2 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 4 mm | 76–81 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 2,5 mm | 122,25–123 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 2 mm | 134–141 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
| 1,2 mm | 241–250 GHz | 75 W PEP | 5 W PEP | – |
Hinweis: Die zusammengefassten Mikrowellenbereiche können Teilbereiche mit unterschiedlichen Primär-/Sekundärzuweisungen und zusätzlichen Nutzungsbestimmungen enthalten. Die Tabelle dient daher als Übersicht und ersetzt nicht die vollständigen Bestimmungen der AFuV.
* Im 160-m-Band gelten zusätzliche Nutzungs- und Leistungsbestimmungen.
PEP und ERP: Was bedeuten die Leistungsangaben?
In der Tabelle werden unterschiedliche Leistungsgrößen verwendet. Deshalb können die angegebenen Wattwerte nicht einfach miteinander verglichen werden.
PEP
PEP steht für Peak Envelope Power beziehungsweise Hüllkurvenspitzenleistung.
Sie beschreibt die Spitzenleistung einer modulierten Hochfrequenzaussendung unter den hierfür definierten Bedingungen.
ERP
ERP steht für Effective Radiated Power beziehungsweise effektive Strahlungsleistung.
Dabei wird die Strahlungswirkung des Antennensystems bezogen auf einen Halbwellendipol berücksichtigt.
Eine Grenze von beispielsweise 6,1 W ERP bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Funkgerät einfach auf 6,1 Watt Ausgangsleistung eingestellt werden darf.
Antennengewinn und Verluste des Systems müssen berücksichtigt werden.
Gerade für Inhaber der Klasse N ist dieser Unterschied wichtig, weil die gesetzlichen Leistungsgrenzen für 10 m, 2 m und 70 cm als ERP angegeben werden.
Primärer und sekundärer Amateurfunkdienst
Nicht jeder Amateurfunkbereich besitzt denselben regulatorischen Status.
In der AFuV werden Frequenzbereiche unter anderem als primär (P) oder sekundär (S) gekennzeichnet.
Primärer Funkdienst
Bei einer primären Zuweisung besitzt der Amateurfunkdienst in diesem Frequenzbereich Primärstatus. Dabei können allerdings auch weitere primäre Funkdienste vorhanden sein.
Sekundärer Funkdienst
Bei einer sekundären Zuweisung gelten zusätzliche Einschränkungen.
Amateurfunkstationen dürfen insbesondere primäre Funkdienste nicht stören und können gegenüber diesen keinen Schutz vor Störungen verlangen.
Das ist vor allem in einigen Langwellen-, Mittelwellen- und Mikrowellenbereichen relevant.
Frequenzbereich und Bandplan sind nicht dasselbe
Ein wichtiger Unterschied wird häufig übersehen:
Die rechtlich zulässigen Frequenzbereiche und ein Amateurfunk-Bandplan sind nicht dasselbe.
Die AFuV und der Frequenzplan bestimmen den regulatorischen Rahmen für den Funkbetrieb.
Ein Bandplan unterteilt ein Amateurfunkband dagegen sinnvoll nach Betriebsarten und Bandbreiten. Dadurch können beispielsweise CW, SSB, digitale Betriebsarten, Baken und andere Anwendungen möglichst störungsarm nebeneinander betrieben werden.
Die IARU-Bandpläne stellen grundsätzlich Empfehlungen zur koordinierten Nutzung der Amateurfunkbänder dar.
Das bedeutet praktisch:
Nur weil eine Frequenz innerhalb des für deine Zulassungsklasse erlaubten Amateurfunkbandes liegt, ist sie nicht automatisch die sinnvollste Frequenz für jede beliebige Betriebsart.
Vor dem Sendebetrieb sollte deshalb zusätzlich der aktuelle Bandplan geprüft werden.
Welche Amateurfunkfrequenzen eignen sich wofür?
Die reine Frequenzliste sagt noch wenig darüber aus, was man auf einem Band praktisch erwarten kann.
Je nach Frequenz unterscheiden sich Ausbreitung, typische Reichweite, Antennengröße und bevorzugte Anwendungen erheblich.
160 und 80 Meter
Die unteren Kurzwellenbänder eignen sich unter anderem für regionale bis überregionale Verbindungen.
Auf 80 m sind innerhalb Deutschlands und Europas häufig gute Verbindungen möglich. Tageszeit, Jahreszeit, Antenne und ionosphärische Bedingungen beeinflussen die erreichbaren Entfernungen allerdings erheblich.
Ein praktischer Nachteil der niedrigen Frequenzen ist die Wellenlänge: Effiziente Antennen können entsprechend groß werden.
40 Meter
Das 40-m-Band reicht in Deutschland von 7,000 bis 7,200 MHz und steht Klasse A zur Verfügung.
Es eignet sich abhängig von Tageszeit und Ausbreitungsbedingungen sowohl für relativ kurze als auch für internationale Verbindungen.
Gerade diese starke Abhängigkeit von der Ionosphäre macht pauschale Reichweitenangaben wenig sinnvoll.
20 Meter
Das 20-m-Band von 14,000 bis 14,350 MHz gehört zu den klassischen Bändern für internationale Verbindungen und DX.
Bei geeigneten ionosphärischen Bedingungen sind interkontinentale Kontakte möglich.
In Deutschland steht dieses Band nach der aktuellen AFuV Klasse A zur Verfügung.
15 Meter
Das 15-m-Band reicht von 21,000 bis 21,450 MHz.
Es steht sowohl Klasse A als auch Klasse E zur Verfügung, wobei unterschiedliche maximale Leistungen gelten.
Bei günstigen Ausbreitungsbedingungen sind auch auf diesem Band sehr große Entfernungen möglich.
10 Meter
Das 10-m-Band von 28,000 bis 29,700 MHz ist besonders interessant, weil es allen drei deutschen Zulassungsklassen zur Verfügung steht.
Bei hoher Sonnenaktivität und günstigen ionosphärischen Bedingungen können auf 10 m internationale und interkontinentale Verbindungen möglich sein.
Unter ungünstigen Bedingungen verhält sich das Band dagegen völlig anders.
Für Klasse N beträgt die maximal zulässige Leistung 10 W ERP.
2 Meter
Das 2-m-Band von 144 bis 146 MHz liegt im VHF-Bereich.
Unter normalen terrestrischen Bedingungen sind vor allem lokale und regionale Verbindungen typisch. Die tatsächliche Reichweite wird stark von Antennenhöhe, Gelände und Standort beeinflusst.
Neben Direktverbindungen spielen auf 2 m unter anderem Relaisstationen, digitale Betriebsarten, Satellitenbetrieb und besondere Ausbreitungsformen eine Rolle.
70 Zentimeter
Das 70-cm-Band von 430 bis 440 MHz liegt im UHF-Bereich.
Auch hier dominieren unter normalen Bedingungen lokale und regionale Verbindungen.
Relaisstationen und exponierte Standorte können die praktisch erreichbare Entfernung erheblich vergrößern.
Mikrowellen
Oberhalb von 1 GHz gewinnen Richtantennen und weitgehend optische beziehungsweise quasioptische Ausbreitungsbedingungen zunehmend an Bedeutung.
Diese Frequenzbereiche eignen sich unter anderem für technische Experimente, schmalbandige Verbindungen, Satellitenfunk und weitere anspruchsvolle Betriebsarten.
Welche Reichweite haben Amateurfunkfrequenzen?
Eine feste Reichweite lässt sich einem Amateurfunkband nicht zuordnen.
Ob eine Verbindung 5, 50, 500 oder mehrere Tausend Kilometer erreicht, hängt von zahlreichen Faktoren ab.
Dazu gehören insbesondere:
- Frequenz und Ausbreitungsart,
- verwendete Antenne,
- Antennenhöhe,
- Gelände und Bebauung,
- Sendeleistung,
- Empfangseigenschaften der Gegenstation,
- Betriebsart,
- Tageszeit,
- Jahreszeit,
- ionosphärische Bedingungen,
- Sonnenaktivität.
Auf Kurzwelle können Funkwellen unter geeigneten Bedingungen über die Ionosphäre große Entfernungen überwinden.
VHF und UHF verhalten sich im normalen terrestrischen Betrieb stärker sichtlinienorientiert. Gelände, Antennenhöhe, Relaisstationen und besondere Ausbreitungsbedingungen können die erreichbaren Entfernungen jedoch erheblich verändern.
Eine pauschale Aussage wie „2 Meter hat 50 Kilometer Reichweite“ ist deshalb technisch nicht belastbar.
Relaisstationen auf 2 m und 70 cm
Relaisstationen spielen insbesondere auf dem 2-m- und 70-cm-Band eine wichtige Rolle.
Ein Relais empfängt ein Signal auf einer Frequenz und sendet es auf einer anderen Frequenz wieder aus.
Befindet sich die Relaisstation beispielsweise auf einem Berg oder einem hohen Gebäude, kann sie Funkverbindungen zwischen Stationen ermöglichen, die sich direkt nicht oder nur schlecht erreichen würden.
Dabei bedeutet die grundsätzliche Zulässigkeit eines Amateurfunkbandes nicht, dass jede Frequenz innerhalb dieses Bandes beliebig für Relais- oder Direktbetrieb verwendet werden sollte.
Hier sind die jeweiligen Bandpläne und konkreten Relaisfrequenzen zu berücksichtigen.
Amateurfunk über Satelliten
Auch Amateurfunksatelliten nutzen bestimmte Amateurfunk-Frequenzbereiche.
Dabei kommen häufig unterschiedliche Frequenzen für Hin- und Rückweg zum Einsatz:
- Uplink: Funkverbindung von der Bodenstation zum Satelliten
- Downlink: Aussendung vom Satelliten zur Bodenstation
Welche Frequenzen tatsächlich verwendet werden, hängt vom jeweiligen Satelliten beziehungsweise dessen Transponder ab.
Die AFuV unterscheidet auch beim Amateurfunkdienst über Satelliten zwischen verschiedenen Frequenzbereichen und deren jeweiligem regulatorischen Status.
Wer über einen Amateurfunksatelliten arbeiten möchte, sollte deshalb die aktuellen Frequenzen und Betriebsbedingungen des jeweiligen Satelliten prüfen.
Darf ich innerhalb meines Amateurfunkbandes auf jeder Frequenz senden?
Nicht automatisch.
Zunächst müssen insbesondere folgende Punkte stimmen:
- Der Frequenzbereich muss für die eigene Zulassungsklasse freigegeben sein.
- Die zulässige Leistung muss eingehalten werden.
- Besondere Nutzungsbestimmungen müssen berücksichtigt werden.
- Die belegte Bandbreite der Aussendung muss innerhalb des zulässigen Frequenzbereichs bleiben.
- Der aktuelle Bandplan sollte berücksichtigt werden.
Besonders wichtig ist der vierte Punkt.
Es reicht nicht, lediglich die am Funkgerät angezeigte Frequenz innerhalb des Amateurfunkbandes einzustellen. Die gesamte Aussendung muss innerhalb des zulässigen Frequenzbereichs bleiben.
Liegt eine Bandgrenze beispielsweise bei 7,200 MHz, darf die Aussendung nicht teilweise oberhalb dieser Grenze liegen, nur weil die eingestellte Mitten- oder Trägerfrequenz noch innerhalb des Bandes liegt.
Amateurfunkfrequenzen im Ausland
Die in diesem Beitrag genannten Frequenzen und Leistungsgrenzen beziehen sich auf Deutschland.
Wer mit seiner deutschen Amateurfunkzulassung im Ausland funkt, muss die dort geltenden Bestimmungen beachten.
Eine deutsche Zulassung oder die Möglichkeit zum Betrieb im Rahmen einer CEPT-Regelung bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche deutschen Frequenz- und Leistungsgrenzen auch im Aufenthaltsland gelten.
Vor dem Sendebetrieb im Ausland sollten deshalb insbesondere geprüft werden:
- zugelassene Frequenzbereiche,
- maximale Sendeleistung,
- zulässige Betriebsarten,
- Rufzeichenregelungen,
- nationale Sonderbestimmungen.
Häufige Fragen zu Amateurfunk Frequenzen
Welche Frequenzen darf Klasse N benutzen?
Klasse N darf in Deutschland auf 28–29,7 MHz (10 m), 144–146 MHz (2 m) und 430–440 MHz (70 cm) senden.
Die maximal zulässige Leistung beträgt auf 10 m 10 W ERP und auf 2 m sowie 70 cm jeweils 6,1 W ERP.
Darf Klasse E auf 40 Meter senden?
Nein.
Nach der derzeit geltenden Anlage 1 AFuV ist das 40-m-Band von 7,000 bis 7,200 MHz für Klasse A ausgewiesen. Klasse E besitzt dort keine Sendeberechtigung.
Welche Amateurfunkfrequenz hat die größte Reichweite?
Eine einzelne Amateurfunkfrequenz mit grundsätzlich größter Reichweite gibt es nicht.
Für weltweite Verbindungen werden häufig Kurzwellenbänder genutzt. Welches Band zu einem bestimmten Zeitpunkt am besten funktioniert, hängt aber unter anderem von Tageszeit, Jahreszeit, Ionosphäre, Sonnenaktivität, Antenne und Standort ab.
Welche Frequenzen eignen sich für lokale Verbindungen?
Das 2-m- und 70-cm-Band werden häufig für lokale und regionale Direkt- und Relaisverbindungen genutzt.
Auch Kurzwelle kann abhängig von Frequenz und Ausbreitungsbedingungen für regionale Verbindungen geeignet sein.
Welche Frequenzen eignen sich für weltweite Verbindungen?
Für DX-Verbindungen kommen insbesondere verschiedene Kurzwellenbänder infrage.
20 m ist ein klassisches DX-Band. Je nach Sonnenaktivität und Ausbreitungsbedingungen können beispielsweise auch 15 m und 10 m ausgezeichnete internationale Verbindungen ermöglichen.
Eine Garantie für eine bestimmte Reichweite gibt es jedoch nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Frequenzplan und Bandplan?
Frequenzplan und Amateurfunkverordnung bilden den regulatorischen Rahmen.
Bandpläne koordinieren darüber hinaus die sinnvolle Nutzung einzelner Bandsegmente nach Betriebsarten und Bandbreiten. Die IARU-Bandpläne sind grundsätzlich Empfehlungen.
Wie aktuell sind die Frequenzangaben?
Dieser Beitrag wurde im Oktober 2026 anhand der geltenden Anlage 1 der Amateurfunkverordnung und des Frequenzplans der Bundesnetzagentur mit Stand August 2026 geprüft.
Bei Änderungen der gesetzlichen oder regulatorischen Grundlagen können sich Frequenzbereiche, Leistungsgrenzen oder Nutzungsbedingungen ändern.
Fazit: Amateurfunk Frequenzen hängen von Band und Lizenzklasse ab
Die Amateurfunkfrequenzen in Deutschland reichen von 135,7 kHz bis weit in den Gigahertzbereich.
Welcher Frequenzbereich tatsächlich genutzt werden darf, hängt insbesondere von der eigenen Zulassungsklasse und den für das jeweilige Band geltenden Nutzungsbestimmungen ab.
Für Einsteiger mit Klasse N stehen 10 m, 2 m und 70 cm zur Verfügung. Klasse E erweitert die Möglichkeiten um zusätzliche Frequenzbereiche, während Klasse A den größten Berechtigungsumfang bietet.
Für den praktischen Funkbetrieb reicht es allerdings nicht, nur die Bandgrenzen zu kennen.
Leistung, Bandbreite, Primär- oder Sekundärstatus, Bandplan, Antenne und die Ausbreitungseigenschaften der jeweiligen Frequenz bestimmen gemeinsam, wie ein Amateurfunkband sinnvoll und regelkonform genutzt werden kann.
Vor dem Sendebetrieb sollte deshalb im Zweifel immer ein Blick in die aktuelle Amateurfunkverordnung, den Frequenzplan und den jeweiligen Bandplan erfolgen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz: Amateurfunkverordnung (AFuV), Anlage 1 – Nutzungsbedingungen für die im Frequenzplan für den Amateurfunkdienst und den Amateurfunkdienst über Satelliten ausgewiesenen Frequenzbereiche
- Bundesnetzagentur: Amateurfunk
- Bundesnetzagentur: Frequenzplan, Stand August 2026
- DARC: Bandpläne für den Amateurfunk



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