QTH Locator berechnen: Adresse, Karte, Entfernung & Richtung
QTH Locator berechnen – mit dem DO1CHP Locator-Rechner geht das direkt online. Gib eine Adresse oder geografische Koordinaten ein, wähle einen Standort auf der Karte oder nutze nach Freigabe deine aktuelle Position. Der Rechner ermittelt daraus deinen QTH-Locator und kann zusätzlich Entfernung und Antennenrichtung zwischen zwei Locatoren bestimmen.
Für zwei Locator berechnet das Tool außerdem die Entfernung und Antennenrichtung. Das ist beispielsweise praktisch, wenn du eine Richtantenne auf eine andere Amateurfunkstation ausrichten möchtest.
Das Wichtigste in Kürze
- Adresse oder Ort eingeben und QTH-Locator bestimmen
- Koordinaten in einen Locator umrechnen
- vorhandenen Locator auf der Karte anzeigen
- Standort direkt auf der Karte auswählen
- eigenen Standort nach Browserfreigabe verwenden
- 6- und 8-stelligen Locator anzeigen
- Entfernung zwischen zwei Locatoren berechnen
- Antennenrichtung bzw. Azimut bestimmen
Inhaltsverzeichnis
QTH Locator berechnen – direkt online
Mit dem folgenden Rechner kannst du Adresse, Koordinaten und QTH-Locator ineinander umrechnen. Für die Kartendarstellung werden Kartendaten von OpenStreetMap verwendet.
Adresse, Ort oder POI → Locator
Koordinaten → Locator
Locator → Karte
Streckenplanung
Bis zu drei Standorte können aus Adresse, Koordinaten, Locator oder Karte übernommen werden.
Standorte A–C
Entfernung & Richtung
Topografische Funkstreckenanalyse
Hinweis zur Genauigkeit: Wird eine Adresse verwendet, hängt die ermittelte Position von den verfügbaren Geodaten ab. Bei der Berechnung einer Entfernung zwischen zwei eingegebenen Locatoren verwendet der Rechner jeweils den geografischen Mittelpunkt des angegebenen Locator-Feldes. Das Ergebnis ist deshalb nicht zwangsläufig identisch mit der Entfernung zwischen den tatsächlichen Antennenstandorten.
Was ist ein QTH-Locator?
Der QTH-Locator ist ein geografisches Rastersystem, mit dem sich die ungefähre Position einer Amateurfunkstation kompakt angeben lässt.
Das international verwendete System heißt Maidenhead Locator System. Der Name geht auf den englischen Ort Maidenhead zurück. Dort wurde das System 1980 bei einem Treffen europäischer VHF-Verantwortlicher vereinbart. Später wurde es von den IARU-Regionen übernommen. Die IARU Region 1 bezeichnet es heute schlicht als Locator.
Ein Locator sieht beispielsweise so aus:
JO31DG
Statt bei einem Funkkontakt lange geografische Koordinaten zu übermitteln, lässt sich damit die Position einer Station mit wenigen Zeichen beschreiben.
Der Locator bezeichnet allerdings keinen einzelnen Punkt, sondern immer ein geografisches Gebiet.
Wie ist ein QTH-Locator aufgebaut?
Beim Maidenhead-System wird die Erdoberfläche schrittweise in immer kleinere Bereiche aufgeteilt.
Ein klassischer sechsstelliger Locator besteht aus:
zwei Buchstaben + zwei Ziffern + zwei Buchstaben
Beispiel:
JO31DG
Die ersten beiden Buchstaben kennzeichnen ein großes Feld. Die beiden folgenden Ziffern unterteilen dieses Feld weiter. Die letzten beiden Buchstaben bestimmen schließlich ein deutlich kleineres Teilgebiet.
Nach der Beschreibung der IARU wird die Erde zunächst in 18 × 18 Felder aufgeteilt. Jedes dieser Felder umfasst 20 Grad Länge und 10 Grad Breite.
| Darstellung | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| 2 Zeichen | JO | Field |
| 4 Zeichen | JO31 | Square |
| 6 Zeichen | JO31DG | Subsquare |
| 8 Zeichen | JO31DG12 | weitere Unterteilung |
Der DO1CHP-Rechner kann sowohl 6- als auch 8-stellige Locator ausgeben.
Wie genau ist ein QTH-Locator?
Die Genauigkeit hängt unmittelbar von der Anzahl der verwendeten Zeichen ab.
Ein vierstelliger Locator beschreibt ein Feld von 2° geografischer Länge × 1° geografischer Breite. Die tatsächliche Ausdehnung in Kilometern ist nicht überall auf der Erde gleich, weil der Abstand zwischen zwei Längengraden mit zunehmender geografischer Breite kleiner wird.
Beim sechsstelligen Locator wird dieses Feld nochmals in 24 × 24 Teilbereiche unterteilt. Ein solches Subsquare umfasst:
- 5 Bogenminuten Länge
- 2,5 Bogenminuten Breite
Die ARRL beschreibt diese sechsstellige Form ebenfalls als wesentlich genauere Positionsangabe als das vierstellige Grid Square.
Eine achtstellige Angabe unterteilt das Gebiet nochmals.
Für den normalen Amateurfunkbetrieb ist der sechsstellige Locator deshalb häufig ein sinnvoller Kompromiss aus kompakter Angabe und brauchbarer geografischer Auflösung.
QTH-Locator aus einer Adresse bestimmen
Im ersten Bereich des Rechners kannst du eine Adresse oder einen Ort eingeben.
Beispielsweise:
Straße 22, 49596 Gehrde
Der Ablauf erfolgt in zwei Schritten:
Adresse → geografische Koordinaten → QTH-Locator
Die eigentliche Umrechnung der ermittelten Koordinaten in das Maidenhead-System erfolgt durch den DO1CHP-Rechner.
Für die Suche nach der geografischen Position einer Adresse wird Nominatim auf Basis von OpenStreetMap-Datenverwendet. Die öffentliche Nominatim-Instanz unterliegt Nutzungsbeschränkungen; unter anderem nennt die OpenStreetMap Foundation maximal eine Anfrage pro Sekunde für die öffentliche Instanz.
Die Suche wird deshalb erst gestartet, wenn du sie ausdrücklich ausführst.
Wichtig: Eine über die Adresssuche ermittelte Position sollte nicht mit einer vermessungstechnisch exakten Standortbestimmung verwechselt werden. Die Genauigkeit hängt davon ab, wie die jeweilige Adresse in den verwendeten Geodaten hinterlegt ist.
QTH-Locator aus Koordinaten berechnen
Wenn dir Breiten- und Längengrad bereits bekannt sind, kannst du diese direkt in den Rechner eingeben.
Aus den Koordinaten berechnet das Tool anschließend den zugehörigen Locator.
Das ist beispielsweise sinnvoll bei:
- Portabelstandorten
- SOTA- oder POTA-Aktivitäten
- Fielddays
- temporären Antennenstandorten
- GPS-Koordinaten
- Standorten ohne eindeutige Straßenadresse
Alternativ kannst du einen Punkt direkt auf der Karte auswählen.
Eigenen Standort bestimmen
Über „Meinen Standort verwenden“ kann der Browser die aktuelle Position an den Rechner übergeben.
Dafür ist eine ausdrückliche Standortfreigabe im Browser erforderlich. Ohne diese Freigabe erhält der Rechner keinen Standort.
Die Genauigkeit dieser Funktion hängt vom verwendeten Endgerät und davon ab, welche Verfahren der Browser zur Positionsbestimmung nutzen kann.
Gerade beim Portabelbetrieb kann diese Funktion praktisch sein: Standort freigeben, Locator bestimmen und anschließend beispielsweise in das Log übernehmen.
Vorhandenen Locator auf der Karte anzeigen
Die Umrechnung funktioniert auch in die andere Richtung.
Gib beispielsweise einen vorhandenen Locator ein. Der Rechner bestimmt daraus den Mittelpunkt des zugehörigen Locator-Feldes und zeigt diesen auf der Karte an.
Das ist ein wichtiger Unterschied:
Ein Locator wie JO31DG bezeichnet ein Gebiet und enthält nicht die exakten Koordinaten der Amateurfunkstation.
Aus einem Locator allein lässt sich deshalb der tatsächliche Antennenstandort innerhalb dieses Feldes nicht rekonstruieren.
Entfernung zwischen zwei QTH-Locatoren berechnen
Für zwei eingegebene Locator berechnet das DO1CHP-Tool die Entfernung zwischen den Mittelpunkten der beiden Locator-Felder.
Dazu werden zunächst beide Locator in geografische Koordinaten umgerechnet. Anschließend wird die Großkreisentfernung auf einer kugelförmig angenäherten Erde berechnet.
Das Ergebnis wird in Kilometern ausgegeben.
Die berechnete Entfernung ist damit eine geometrische Entfernung zwischen den verwendeten Referenzpunkten.
Sie entspricht ausdrücklich nicht der tatsächlich von einem Funksignal zurückgelegten Strecke.
Das ist insbesondere bei Kurzwellenverbindungen wichtig: Durch die Ausbreitung über die Ionosphäre kann der reale Ausbreitungsweg erheblich von der direkten geografischen Entfernung abweichen.
Antennenrichtung und Azimut bestimmen
Neben der Entfernung berechnet das Tool die Anfangspeilung vom ersten zum zweiten Locator.
Beispielsweise:
Locator A → Locator B: 143°
Dieser Wert beschreibt die anfängliche Richtung entlang des Großkreises vom Ausgangspunkt zum Zielpunkt, bezogen auf geografisch Nord.
Für den praktischen Einsatz einer Richtantenne ist das eine nützliche Ausgangsgröße.
Der Rechner zeigt außerdem die Gegenrichtung B → A an.
Dabei ist zu beachten, dass die Gegenrichtung bei größeren Entfernungen nicht grundsätzlich durch simples Addieren oder Subtrahieren von 180° bestimmt werden sollte. Auf einer Kugel verändert sich die Peilrichtung entlang eines Großkreises. Deshalb berechnet das Tool beide Richtungen separat.
Geografisch Nord ist nicht automatisch magnetisch Nord
Die berechnete Peilung bezieht sich auf geografisch Nord (True North).
Ein magnetischer Kompass orientiert sich dagegen am Erdmagnetfeld. Zwischen geografischer und magnetischer Nordrichtung besteht abhängig von Standort und Zeitpunkt eine magnetische Deklination.
Wer eine Antenne ausschließlich mit einem Magnetkompass sehr genau ausrichten möchte, muss diese Abweichung gegebenenfalls zusätzlich berücksichtigen.
Wofür wird der Locator im Amateurfunk verwendet?
Locator sind insbesondere im VHF-, UHF- und Mikrowellenbetrieb verbreitet. Dort sind Standort und Entfernung für die Bewertung einer Funkverbindung häufig besonders interessant.
Die ARRL beschreibt Grid Squares als kompakte Möglichkeit, den allgemeinen Standort einer Station zu übermitteln. Locator spielen außerdem bei verschiedenen Wettbewerben und Diplomen eine Rolle. Beim VHF/UHF Century Club (VUCC) werden beispielsweise bestätigte Maidenhead-Grid-Locators gewertet.
Typische Anwendungen sind:
- Austausch des Standorts während eines QSOs
- Logbuch und digitale Logprogramme
- VHF-/UHF- und Mikrowellenbetrieb
- Contestbetrieb
- Amateurfunksatelliten
- Portabelbetrieb
- Ausrichtung von Richtantennen
- Abschätzung von Entfernungen zwischen Stationen
Der Locator ersetzt dabei keine exakten geografischen Koordinaten. Seine Stärke liegt gerade darin, einen Standort mit wenigen Zeichen ausreichend genau für viele Amateurfunkanwendungen beschreiben zu können.
4, 6 oder 8 Stellen – welchen Locator sollte ich verwenden?
Das hängt vom Einsatzzweck ab.
Vier Stellen beschreiben ein vergleichsweise großes Gebiet. Für eine grobe regionale Zuordnung kann das ausreichen.
Sechs Stellen grenzen den Standort erheblich genauer ein und sind für viele Amateurfunkanwendungen eine sinnvolle Angabe.
Acht Stellen ermöglichen eine weitere Unterteilung und damit eine genauere Ortsangabe.
Mehr Stellen bedeuten jedoch nicht automatisch, dass die Ausgangsdaten entsprechend genau sind.
Wenn beispielsweise eine Adresse nur ungefähr geocodiert wurde, erzeugt die Ausgabe eines achtstelligen Locators keine höhere tatsächliche Standortgenauigkeit. Sie beschreibt lediglich das kleinere Locator-Feld, in das die gelieferten Koordinaten fallen.
Das ist insbesondere bei automatischer Adresssuche ein wichtiger Unterschied zwischen Auflösung und tatsächlicher Genauigkeit.
OpenStreetMap im DO1CHP-Locator-Rechner
Für die Kartendarstellung verwendet das Tool Kartenmaterial aus dem OpenStreetMap-Projekt.
OpenStreetMap stellt die Geodaten unter einer offenen Lizenz bereit. Die von der OpenStreetMap Foundation betriebenen öffentlichen Tile-Server sind allerdings eine gemeinschaftlich finanzierte Infrastruktur mit begrenzten Ressourcen und ohne Verfügbarkeitsgarantie. Für ihre Verwendung gelten deshalb eigene Nutzungsregeln.
Die Adresssuche verwendet den ebenfalls von der OpenStreetMap Foundation bereitgestellten Nominatim-Dienst.
Die eigentlichen amateurfunkspezifischen Berechnungen – darunter die Umrechnung zwischen Koordinaten und Locator sowie Entfernung und Peilung – erfolgen durch das DO1CHP-Tool.
Datenschutz bei Adresse, Karte und Standort
Bei der Nutzung der Karte werden Karteninhalte von OpenStreetMap abgerufen.
Wird die Adresssuche verwendet, muss die eingegebene Suchanfrage zur Geocodierung an den verwendeten Nominatim-Dienst übertragen werden. Die OpenStreetMap Foundation weist in ihren Richtlinien darauf hin, keine persönlichen oder vertraulichen Informationen an ihre Dienste zu übermitteln.
Der DO1CHP-Rechner legt keinen eigenen Verlauf der eingegebenen Adresssuchen an.
Die Funktion „Meinen Standort verwenden“ wird nur nach einer entsprechenden Freigabe im Browser ausgeführt.
Weitere Informationen zur Verarbeitung externer Kartendaten sollten in der Datenschutzerklärung von DO1CHP beschrieben werden.
Häufige Fragen zum QTH-Locator
Was bedeutet QTH-Locator?
Im Amateurfunk bezeichnet der Locator ein geografisches Rasterfeld, über das der ungefähre Standort einer Station kompakt angegeben werden kann. Das heute international verwendete Verfahren ist das Maidenhead Locator System.
Warum heißt das System Maidenhead Locator?
Der Name stammt vom englischen Ort Maidenhead. Dort wurde das System 1980 bei einem Treffen europäischer VHF-Verantwortlicher vereinbart.
Kann ich meinen Locator aus einer Adresse berechnen?
Ja. Der DO1CHP-Rechner lässt die Adresse zunächst in geografische Koordinaten umwandeln. Aus diesen Koordinaten wird anschließend der entsprechende Locator berechnet.
Kann ich meinen Locator ohne Adresse bestimmen?
Ja. Du kannst Breiten- und Längengrad eingeben, einen Punkt auf der Karte auswählen oder – nach entsprechender Browserfreigabe – deinen aktuellen Standort verwenden.
Wie genau ist ein sechsstelliger Locator?
Ein sechsstelliger Locator beschreibt ein Feld von 5 Bogenminuten Länge × 2,5 Bogenminuten Breite. Die Größe in Kilometern hängt von der geografischen Breite ab.
Warum zeigt Locator → Karte nur den Mittelpunkt?
Weil ein Locator keine einzelne Koordinate bezeichnet, sondern ein geografisches Gebiet. Ohne zusätzliche Informationen ist nicht bekannt, an welcher Stelle innerhalb dieses Feldes sich eine Station tatsächlich befindet.
Ist die berechnete Entfernung die tatsächliche Funkstrecke?
Nein. Angezeigt wird die geografische Großkreisentfernung zwischen den verwendeten Referenzpunkten. Der tatsächliche Ausbreitungsweg eines Funksignals kann davon abweichen.
Kann ich mit dem Rechner meine Richtantenne ausrichten?
Der berechnete Azimut liefert eine sinnvolle geografische Ausgangsrichtung zum Ziel. Er bezieht sich auf geografisch Nord. Für eine sehr genaue Ausrichtung mit einem Magnetkompass kann zusätzlich die örtliche magnetische Deklination relevant sein.
Fazit
Der QTH-Locator ist eine kompakte Möglichkeit, den Standort einer Amateurfunkstation weltweit anzugeben. Mit dem DO1CHP QTH-Locator-Rechner lassen sich Adressen und Koordinaten in Locator umrechnen, vorhandene Locator auf einer Karte darstellen sowie Entfernung und Antennenrichtung zwischen zwei Locator-Feldern bestimmen.
Für viele Anwendungen reicht ein sechsstelliger Locator aus. Wer eine feinere räumliche Unterteilung benötigt, kann zusätzlich die achtstellige Ausgabe verwenden.
Wichtig bleibt die Unterscheidung zwischen Locator-Auflösung und tatsächlicher Positionsgenauigkeit: Ein Locator beschreibt ein geografisches Feld – nicht automatisch den exakten Standort einer Antenne.
Quellen für den Beitrag
- IARU Region 1 – VHF Handbook, Locator System – Beschreibung und Einführung des Locator-Systems.
- ARRL – Grid Squares – Aufbau, Geschichte und Größen der Grid Squares/Subsquares.
- ARRL – VUCC – Beispiel für die praktische Verwendung von Maidenhead Grid Locators im Amateurfunk.
- OpenStreetMap Foundation – Nominatim Usage Policy – Regeln für die verwendete Adresssuche.
- OpenStreetMap Foundation – Tile Usage Policy – Regeln für die Verwendung der öffentlichen Kartenkacheln.

Kommentar veröffentlichen